DHEA

DHEA (Dehydroepiandrosteron) – Überblick, Wirkung und Einordnung

DHEA (Dehydroepiandrosteron) ist ein Steroidhormon, das vor allem in der Nebennierenrinde gebildet wird. Es fungiert als Vorstufe (Prohormon) für Testosteron und Östrogene. Die körpereigene Produktion erreicht etwa zwischen dem 20. und 30. Lebensjahr ihren Höhepunkt und nimmt danach kontinuierlich ab.

Wirkung und Bedeutung

Nach Angaben von Dr. med. Ralf Pfau wirkt DHEA als Gegenspieler von Cortisol (Stresshormon) und kann stimmungsaufhellend sowie energiestabilisierend wirken. Da es in Testosteron und Östrogene umgewandelt werden kann, beeinflusst es Libido, Muskelmasse, Fettverteilung und allgemeines Wohlbefinden.

Ein wichtiger Aspekt ist die Aromatase-Aktivität: Dieses Enzym (v. a. im Fettgewebe) wandelt DHEA in Östrogene um. Bei übergewichtigen Männern kann daher eine verstärkte Umwandlung zu Östradiol erfolgen, was unerwünschte hormonelle Effekte begünstigen kann.

Diskutierte gesundheitliche Effekte

In der Literatur werden u. a. folgende mögliche Wirkungen beschrieben:

  • Unterstützung des Immunsystems

  • Verbesserung der Knochendichte

  • Einfluss auf Stimmung und Vitalität

  • Positive Effekte auf Haut und Muskelmasse

  • Mögliche kardiovaskuläre Schutzwirkungen

  • Zusammenhang zwischen niedrigen DHEA-Spiegeln und erhöhtem Morbiditätsrisiko

Einige ältere Studien (z. B. Bulbrook 1962/1971) beobachteten bei Frauen mit Brustkrebs häufiger niedrige DHEA-Spiegel. Tier- und Zellstudien zeigten teils antikarzinogene Effekte, allerdings ist die Übertragbarkeit auf den Menschen nicht abschließend geklärt.

Einordnung durch die Gesellschaft für humanidente Hormone

Die Gesellschaft für humanidente Hormone betont ebenfalls, dass DHEA als Prohormon differenziert betrachtet werden muss. Eine unkontrollierte Einnahme könne – abhängig von Enzymaktivität und Körperzusammensetzung – zu hormonellen Dysbalancen führen. Ziel einer Therapie sei nicht eine maximale, sondern eine physiologische Wiederherstellung altersentsprechender Werte.

Fazit

DHEA ist ein zentrales Prohormon mit vielfältigen Wirkungen auf Stoffwechsel, Immunsystem, Psyche und Sexualhormone. Während zahlreiche Studien potenzielle positive Effekte beschreiben, sollte eine Substitution ausschließlich nach ärztlicher Diagnostik erfolgen. Besonders im Rahmen der bioidenten Hormontherapie wird ein individueller, kontrollierter Einsatz empfohlen.


Quellen (Auswahl)

  • Pfau, R.: Informationen zu DHEA (Praxisveröffentlichungen)

  • Bulbrook, R. D. (1962, 1971): Studien zum Zusammenhang von DHEA und Brustkrebs

  • Whitaker, J.: Health & Healing (US-Gesundheitsmagazin)

  • Regelsen, W.; Schwartz, A.: Forschungsarbeiten zu DHEA (Temple University, Medical College of Virginia)

  • Gesellschaft für humanidente Hormone: Fachinformationen zur DHEA-Substitution

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