….der antrag….

also vergangenen Freitag war es soweit…

DER ANTRAG wurde eingebracht.. somit ist der 21.Mai 2010 der offizielle Namenstag 🙂

ich also Passfotos machen und bewaffnet mit den Verbrecherfotos dann Richtung Stadtamt…. dort große Augen.. „nein bei uns nicht.. da müssens zur Bezirkshauptmannschaft“
zwischendurch markante Begegnungen mit Postlern die über den ganzen Rathausplatz „Frau……“ rufen und der Himmel tut sein übriges und weint….

und mein Magen rebelliert und tut weh…

nun also mit allen Dokumenten (Geburtsurkunde, Meldezettel, Attest, Fotos, etc..) bewaffnet zur Bezirkshauptmannschaft.. Abteilung „Personenstandsänderungen“.. die machen auch die Namenssachen.. weil Personenstand geht ja noch nicht…

für alle die es interessiert und die es noch nicht wissen: in Österreich ist der derzeitige Status folgender:
Mann oder Frau kann den Vornamen auch so ändern, kostet aber viel, oder man macht Therapie und das klinisch-psychologische Gutachten des Psychologen macht aus einer Wunschänderung eine „Ich darf“ Änderung, die weniger kostet.. bis dato weiß ich noch nicht mal wieviel aber was ich weiß nur ein Zehntel…egal.. werd es noch früh genug erfahren..

somit ab zur Tür 149 und meinen Namen beantragen:
Formular  – was es offiziell nicht gibt – 🙂 hier der Link dazu: http://www.help.gv.at/documents/namaend.pdf

trotzdem mit und ausgefüllt (> neuer Vorname: Sam Vincent Finlay) und rasch vorgelegt.
Ausschnitt Antragsformular Namensänderung

die netteste Dame überhaupt erwischt, die mir gleich ganz angetan verraten hat, dass sie „über dieses Thema“ diese Woche eine Schulung hatte.. und voila.. da is schon einer der so is wie sie’s gelernt hat..

aber ihre Art war dermaßen entwaffnend, dass sie mich alles fragen durfte.. sie wollte viel wissen weil sie noch sie so einen „Fall“.. oder Akt.. wie das dort heißt.. hatte…

Akt war ich auch noch nie 🙂

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…wo fange ich an…

das ist sehr zweideutig.. wo fange ICH an? und wo fange ich an zu erzählen
es ist wiedermal so weit etwas Persönliches von mir zu geben..

sam und dad
sam und dad

wo ich anfange weiß ich nicht und ich hab den anfang auch noch immer nicht gefunden aber ich ende auch noch nicht.. dazu hab ich zuviel vor.. dafür muss noch zuviel getan werden… ein neues Leben… ein neuer Anfang… vielleicht eine neue Liebe…

..wo fang ich an…

der Anfang ist eine kleine Familie mit einem Kind, welches biologisch als Mädchen zur Welt kam es aber niemals war…
der Junge in mir schreit seit damals unaufhörlich … um gehört zu werden.. um Gehör zu bekommen… um sich selber wahrzunehmen..

lange Jahre der Verschwiegenheit, Mauern höher als die Wolken, immer alles selber mit sich ausmachen, nie die Kontrolle verlieren, keine Sicherheit, keine Geborgenheit, keine Lösungen, Streß und Schmerzen.. körperlich und seelisch

die körperlichen haben sich immer geäußert und wurden verkannt, die seelischen glaubte ich wären nie da… jetzt lerne ich..jetzt erkenne ich.. durch Hilfe

sich selber erklären, sich anderen erklären, sich sich erklären, sich erklären müssen, keine erklärung zu haben, planlos, erklärungsnotstand…

ich habe nach langen Jahren der Therapie, die die falsche war, nun endlich den richtigen Weg eingeschlagen… das abends einschlafen und träumen morgens als ein anderer aufzuwachen nimmt langsam Gestalt an…

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Kindheit….und andere Peinlichkeiten

Also meine Kindheit war weitgehend normal.. für mich.. wenn man den verkrampften Versuch eines Versteckens der Gefühle und des Körpers als normal verstehen kann…

Ich wurde als Einzelkind in Wien geboren.. Mitte der Siebziger Jahre und für mich war schon immer klar… Mädels sind super süß und ich bin ein Bub und ich will mit ihnen zusammensein… schließlich hat die Welt ja nur auf mich gewartet *ggg*

Ich hätte sehr gerne Geschwister gehabt und mit der Rolle des Mädchens, welches Kleidchen anziehen sollte, kam ich nicht zurecht.. ich habe zwar versucht in der Pubertät meiner Rolle gerecht zu werden und hab mich in Ballkleider und Schuhe gezwängt und versucht mich in Jungen zu verlieben, aber eigentlich wollte ich immer meine besten Freundinnen haben.. die sich’s auf die Burschen gestanden haben und sich bei mir ausgeheult haben.. auweh.. das tat weh..
und so Sätze wie: „Ach wenn du doch ein Junge wärst…“ waren die Hölle…. aber ich bin doch einer.. siehst du das nicht hätte ich so gerne geschriehen!
aber auch eine Abfuhr ala „Selbst wenn du ein Mann wärst würd ich nicht auf dich stehen…“ haben mich bis heute geprägt und verletzt….

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